Das Bühnenbild des Theaters an der Wien während ihrer Sanierung.

Noch ist es kein Applaus, der durch den Raum hallt, sondern ein orchestriertes Zusammenspiel aus Hämmern, Surren und Rufen. Wo einst Arien die Luft erfüllten, übernehmen nun Bauarbeiter die Hauptrollen – im Takt einer ganz eigenen, rauen Symphonie.

Technisch betrachtet liegt das Herzstück der Arbeiten tief verborgen: Der historische Drehzylinder der Bühne wurde erhalten, jedoch vollständig neu ausgestattet. Mit einem Durchmesser von 28 Metern und einer Tiefe von über 10 Metern stellt er ein imposantes Element dar. Sämtliche mechanischen Komponenten – von Motoren bis zu Kugellagern – wurden durch moderne Systeme ersetzt. Besonders bemerkenswert sind die vier integrierten Gondeln, die vertikal verfahren werden können und komplexe Bewegungsabläufe wie Korkenzieherbewegungen ermöglichen. Die Herausforderung bestand in der parallelen Durchführung klassischer Bauarbeiten und hochpräziser maschinenbaulicher Tätigkeiten auf engstem Raum. Hinzu kamen logistische Einschränkungen durch begrenzte Zugänge und Niveauunterschiede. Die gesamte Bühnentechnik wurde digitalisiert, gesteuert über ein System der Firma Waagner Biro. Abschließend erhielt die Bühne einen neuen Holzboden aus kreuzweise verleimten Mehrschichtplatten.

Im Zuge der Generalsanierung des Theaters an der Wien in der Linken Wienzeile 6, einem der bedeutendsten Häuser der Vereinigten Bühnen Wien, wird das Gebäude technisch auf den neuesten Stand gebracht. Während der Bauzeit wich der Spielbetrieb in die Halle F des MuseumsQuartiers aus. Das Projekt, betreut durch die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH, zeigt eindrucksvoll, wie Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können.

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