Stück für Stück zum neuen Orchestergraben

Der Orchestergraben, die tiefste Fundamentebene des Zuschauersaals, liegt genau vor der Bühne und dem Bühnenportal. Hier, wo sonst die Musiker ihre Instrumente stimmen, wird jetzt mit Bagger und Beton gearbeitet. Die alten Fundamente des Bühnenportals – einst stabil, aber nicht für die neuen Dimensionen des Orchestergrabens gemacht – mussten Stück für Stück abgebrochen werden. Ein Balanceakt zwischen Fortschritt und Tradition, bei dem selbst die erfahrensten Bauarbeiter ins Schwitzen kamen.

Im Zentrum der baulichen Maßnahmen stand die Herstellung eines multifunktionalen Orchestergrabens. Dieser wurde mit fünf Hubpodien ausgestattet, die über vier hydraulische Stempel unabhängig voneinander verfahren werden können. Um die erforderliche Tiefe zu erreichen, wurde das bestehende Bodenniveau mithilfe eines kompakten Raupenbaggers um mehrere Meter abgesenkt, wobei temporäre Rampen den Zugang ermöglichten. Parallel dazu erfolgte der Abbruch der bestehenden, abgetreppten Fundamente des Bühnenportals. Diese wurden abschnittsweise händisch mit Epoxidharz verfestigt, um die Tragfähigkeit während des Rückbaus zu gewährleisten. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Feuchteschutz der Bohrlöcher für die neuen Bauteile. Die Arbeiten fanden unter anspruchsvollen Bedingungen statt, da sich unmittelbar darüber der denkmalgeschützte Zuschauerraum befindet, der mittels großflächiger Staubschutzmaßnahmen gesichert wurde. Die neue Anlage erfüllt höchste sicherheitstechnische Anforderungen, etwa hinsichtlich Quetschschutz, Verriegelungen und Fluchtwegführung.

Die Arbeiten sind Teil der umfassenden Generalsanierung des Theaters an der Wien in der Linken Wienzeile 6 im 6. Wiener Gemeindebezirk. Die Projektleitung erfolgte durch die WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH.

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