Von negativen und positiven Neigungen
Die Kurt-Kucera-Halle, wie die „Jura-Rundhalle“ offiziell heißt ist eine von sechs baugleichen Rundturnhallen Wiens, die in den 1970er-Jahren gebaut wurden.
Die größte Herausforderung der Sanierung war das Dach: Das alte, negativ geneigte Kegeldach (also nach innen abfallend) sorgte für Schneelastprobleme, eine recht niedrige lichte Innenraumhöhe, und eine unnötig komplizierte Entwässerung.
Im Zuge der Generalsanierung, wurde ein komplett neuer Dachaufbau mit positiver Neigung installiert – jetzt steigt das Dach nach außen an, der innere Druckring liegt an der höchsten Stelle, und die Halle gewinnt über 9 Meter lichte Höhe.
In nur drei Tagen wurde die freitragende, radial ausstrahlende Stahl-Fachwerkkonstruktion des Daches eingebaut, eine logistisch und fachmännisch bemerkenswerte Leistung. Gleichzeitig wurde die gesamte Gebäudehülle thermisch saniert, Asbest fachgerecht entfernt, und die Haustechnik auf Stand der Technik gebracht: Deckenstrahlplatten mit Fernwärme, 168 PV-Module am Dach und ein neuer Sportboden, der mit den 9 Metern Raumhöhe jetzt auch nationale Ballsportwettkämpfe ermöglicht.